Wie schnell fliegt ein Eishockey-Puck? Rekorde und Messwerte
Der schnellste offiziell gemessene Schuss der NHL liegt bei 175,1 km/h — aufgestellt von Zdeno Chára 2012 beim All-Star Skills Wettbewerb (108,8 Meilen pro Stunde). Im regulären Spiel erreichen harte Schlagschüsse meist 130 bis 160 km/h. Der absolute Rekordwert stammt aus der russischen KHL: 177,5 km/h durch Denis Kulyash im Jahr 2011.
Die Rekordwerte im Überblick
| Spieler | Liga | Jahr | Geschwindigkeit |
|---|---|---|---|
| Denis Kulyash | KHL | 2011 | 177,5 km/h (110,3 mph) |
| Martin Frk | AHL | 2020 | 175,7 km/h (109,2 mph) |
| Zdeno Chára | NHL | 2012 | 175,1 km/h (108,8 mph) |
| Elias Pettersson | NHL | 2023 | 166,1 km/h (103,2 mph) |
| Victor Hedman | NHL | 2022 | 166,1 km/h (103,2 mph) |
Cháras 175,1 km/h sind bis heute der Rekord der NHL All-Star Skills Competition. Bemerkenswert: Der zweitbeste je gemessene Wert kommt nicht aus der NHL, sondern aus der AHL — Martin Frk übertraf Chára 2020 um 0,6 km/h, in einer niedrigeren Liga.
Wie schnell sind Pucks im normalen Spiel?
Rekordwerte entstehen unter Idealbedingungen: kein Gegenspieler, freie Anlaufstrecke, ein Schläger, der genau auf diesen einen Schuss ausgelegt ist. Im Spiel sieht es anders aus.
- Schlagschuss (Slapshot): 130 bis 160 km/h bei Profis. Voller Ausholschwung, deshalb langsam in der Ausführung und gut zu blocken.
- Handgelenkschuss (Wristshot): deutlich langsamer, dafür kaum vorhersehbar. Die meisten Tore fallen daraus, nicht aus dem Schlagschuss.
- Nachwuchs und Amateurbereich: deutlich unter den Profiwerten — Schussgeschwindigkeit hängt stark von Technik, Schlägersteifigkeit und Körperkraft ab.
Warum der Schläger mehr entscheidet als die Kraft
Beim Schlagschuss trifft das Schlägerblatt nicht direkt den Puck. Der Spieler setzt den Schläger kurz vor dem Puck aufs Eis und biegt ihn dabei durch. Der Schaft speichert diese Energie wie eine Feder und gibt sie im Moment des Kontakts an den Puck ab.
Deshalb ist die Steifigkeit des Schlägers — im Fachjargon der Flex-Wert — so wichtig. Ein sehr steifer Schläger speichert mehr Energie, lässt sich aber nur von kräftigen Spielern ausreichend biegen. Chára war mit 2,06 m einer der größten Spieler der NHL-Geschichte und nutzte einen extrem steifen Schaft. Das erklärt seinen Rekord besser als reine Muskelkraft.
Was 175 km/h für den Puck bedeuten
Ein Puck wiegt rund 160 Gramm — die genauen Maße stehen in unserem Beitrag zu Gewicht und Größe des Pucks. Bei 175 km/h trägt diese Masse eine erhebliche Bewegungsenergie. Deshalb tragen Feldspieler Schienbein- und Schulterschoner und Torhüter eine Maske aus faserverstärktem Verbundwerkstoff.
Für Zuschauer heißt das: Die Schutzscheiben und Netze über den Banden sind kein Komfortmerkmal. Ein Puck, der die Halle verlässt, verliert auf dem kurzen Weg kaum Geschwindigkeit.
Warum gefrorene Pucks schneller wirken
Ein gefrorener Puck ist nicht schneller, aber berechenbarer. Kalter Gummi verformt sich beim Aufprall weniger und springt dadurch kaum. Der Puck bleibt flach auf dem Eis und gleitet gleichmäßiger — was bei hohem Tempo den Unterschied zwischen einem präzisen Pass und einem Zufallsergebnis ausmacht. Die IIHF schreibt den gefrorenen Zustand in Regel 13.2 verbindlich vor. Warum das am Material liegt, steht im Beitrag Woraus besteht ein Eishockey-Puck.
Häufige Fragen zur Puck-Geschwindigkeit
Wie schnell ist der schnellste Puck der Welt?
177,5 km/h (110,3 mph), gemessen bei Denis Kulyash in der KHL im Jahr 2011. Der NHL-Rekord liegt bei 175,1 km/h durch Zdeno Chára aus dem Jahr 2012.
Wie schnell fliegt ein Puck im normalen Spiel?
Harte Schlagschüsse von Profis liegen meist zwischen 130 und 160 km/h. Handgelenkschüsse sind langsamer, dafür schwerer vorherzusehen — aus ihnen fallen die meisten Tore.
Wer hat den härtesten Schuss der NHL?
Zdeno Chára hält mit 175,1 km/h (108,8 mph) den Rekord der NHL All-Star Skills Competition, aufgestellt 2012.
Warum schießen große Spieler härter?
Weil sie steifere Schläger nutzen können. Beim Schlagschuss biegt sich der Schaft durch und gibt die gespeicherte Energie an den Puck ab. Ein steifer Schaft speichert mehr Energie, lässt sich aber nur mit entsprechender Kraft und Hebelwirkung ausreichend biegen.
Quellen: NHL.com zu den Rekordwerten der All-Star Skills Competition. IIHF Official Rule Book 2024/25, Regel 13.2.